Johann-Daniel-Preißler-Schule Mittelschule Nürnberg Zum Seitenanfang Zum Seitenanfang

Neues von unserer Theatergruppe

Aus den Nürnberger Nachrichten vom 18. Januar 2016, Seite 7

Copyright (c)2016 Verlag Nuernberger Presse, Ausgabe 18/01/2016 VON LOTHAR HOJA 30 000 Euro – eine Menge Geld. So viel vergibt die Nürnberger psd-Bank jedes Jahr bei ihrem Wettbewerb „Ideen machen Schule“. Dieses Mal wurde das Preisgeld unter 17 Bewerbern aufgeteilt, der Hauptpreis betrug 4000 Euro. Hier stellen wir euch den Sieger vor: das Theaterprojekt „Social Media“ an der Johann-Daniel-Preißler Mittelschule in Nürnberg. „Du stinkst schrecklich scheußlich nach Stachelschweinsch... am Schuhschaft.“ Immer und immer wieder üben Alessia, Fatoumata und Lisa diesen Satz. Zuerst langsam, dann immer zügiger, bis er sitzt: rasend schnell und trotzdem ohne Verhaspler. Eine andere Übung geht so: „Man darf überhaupt nicht lachen, wenn jemand anders was total Lustiges sagt“, erklärt Lisa. Gar nicht so leicht, ernst zu bleiben, wenn Alessiazum Beispiel sagt: „Nimm niemals meine Zahnbürste, um deinem Hund die Zähne zu putzen!“ Alessia, Fatoumata und Lisa gehören zur Theater-Gruppe der Johann-Daniel-Preißler- Mittelschule. Mit dieser Gruppe – acht Mädels und zwei Jungs – übt die Theaterpädagogin Isabella Pyka vom benachbarten Gostner Hoftheater wichtige Dinge für das Theaterspielen: Wie spricht man richtig auf einer Bühne? Wie schaut man richtig? Wie bewegt man sich richtig? Denn die Gruppe arbeitet gerade an einem Projekt, das im Frühsommer fertig sein soll: ein Theaterstück zum Thema „Social Media“. „Da geht es um Facebook, Whats App, Instagram und solche Sachen“, erklärt Lisa. Genauer gesagt: Es geht darum, zu zeigen, welchen Blödsinn man mit Social Media anstellen kann – und warum man den unbedingt bleiben lassen sollte. Aber auch darum, wie man Social Media möglichst sinnvoll nutzen und was man dabei alles lernen kann. Das Wichtigste dabei: Die Inhalte sollen den Schülern nicht mit erhobenem Zeigefinger eingetrichtert werden. Sondern sie sollen sich das Wissen selbst erarbeiten und auf Augenhöhe anderen Schülern weitergeben. „Die Schüler sollen nachdenken – über ihren eigenen Medienkonsum und die Vor- und Nachteile von Social Media“, erklärt die Musik- und Wirtschaftslehrerin Denise Klement von der Johann-Daniel-Preißler- Mittelschule, die das Projekt leitet. Allerdings wird das Stück kein traditionelles Bühnenwerk. „Wir werden nämlich ein Labyrinth aus Holz und Stoff bauen. Da läuft dann das Publikum selbstständig durch und kann sich verschiedene Stationen anschauen,“ sagt die Lehrerin. Das Labyrinth, das den größten Teil des Preisgeldes verschlingt, wird ihr Kollege Michael Ziebell mit der Kunst/Technik-Klasse der Preißler- Mittelschule bauen. An den Seiten der Aula liegen schon bündelweise mehrere Meter lange Holzpfosten bereit. Auf der Bühne stapeln sich sperrige Bretter, aus denen Stellwände werden sollen. Derweil „bastelt“ die Theatergruppe nicht nur an ihrem schauspielerischen Können, sondern vor allen an den Inhalten, die sie darstellen möchte. Denkbar sind verschiedene Szenen: Ein Mädchen wird von einem Unbekannten aufgefordert, Nacktbilder von sich zu schicken. Ein Team von Freunden gewinnt gegen ein anderes bei einem Internetspiel. Der Freund macht mit dir über Whats App Schluss. Jemand versucht, andere mit gemeinen Sprüchen fertigzumachen. „Wir können da auch Sachen einbauen, die wir selbst erlebt haben“, sagt Fatoumata. „Du bist hässlich“, hat ihr schon mal jemand aufs Handy geschickt. „Da können schon ganz schön gemeine Sprüche kommen“,weiß auch Lisa. Auf das Thema „Social Media“ ist die Gruppe übrigens schon bei ihrem vorigen Theaterprojekt vor einem Jahr gekommen. Die meisten sind schon einige Schuljahre lang dabei, und beim vorigen Mal ging es um Mobbing. „Da haben wir gemerkt, dass dieses Thema eng mit Social Media verknüpft ist, aber die meisten Schüler nur sehr wenig darüber wissen“, erklärt Lehrerin Denise Klement. Und schon stand fest: Das machen wir beim nächsten Mal. Doch bis die Besucher ab Mai durch das Labyrinth geschickt werden können, ist noch eine Menge Arbeit angesagt an der Johann-Daniel- Preißler-Mittelschule. Aber die lohnt sich, meint Schulleiter Rudolf Seibold: „Von so einem Projekt profitiert die ganz Schule“, sagt er, „aber vor allem diejenigen, die mitmachen. Sie bekommen mehr Selbstwertgefühl und das wirkt sich direkt positiv auf ihre Schulleistungen aus.“
Johann-Daniel-Preißler-Schule Mittelschule Nürnberg Start Start

Neues von unserer Theatergruppe

Aus den Nürnberger Nachrichten vom 18.

Januar 2016, Seite 7

Copyright (c)2016 Verlag Nuernberger Presse, Ausgabe 18/01/2016 VON LOTHAR HOJA 30 000 Euro – eine Menge Geld. So viel vergibt die Nürnberger psd-Bank jedes Jahr bei ihrem Wettbewerb „Ideen machen Schule“. Dieses Mal wurde das Preisgeld unter 17 Bewerbern aufgeteilt, der Hauptpreis betrug 4000 Euro. Hier stellen wir euch den Sieger vor: das Theaterprojekt „Social Media“ an der Johann- Daniel-Preißler Mittelschule in Nürnberg. „Du stinkst schrecklich scheußlich nach Stachelschweinsch... am Schuhschaft.“ Immer und immer wieder üben Alessia, Fatoumata und Lisa diesen Satz. Zuerst langsam, dann immer zügiger, bis er sitzt: rasend schnell und trotzdem ohne Verhaspler. Eine andere Übung geht so: „Man darf überhaupt nicht lachen, wenn jemand anders was total Lustiges sagt“, erklärt Lisa. Gar nicht so leicht, ernst zu bleiben, wenn Alessiazum Beispiel sagt: „Nimm niemals meine Zahnbürste, um deinem Hund die Zähne zu putzen!“ Alessia, Fatoumata und Lisa gehören zur Theater-Gruppe der Johann-Daniel-Preißler-Mittelschule. Mit dieser Gruppe – acht Mädels und zwei Jungs – übt die Theaterpädagogin Isabella Pyka vom benachbarten Gostner Hoftheater wichtige Dinge für das Theaterspielen: Wie spricht man richtig auf einer Bühne? Wie schaut man richtig? Wie bewegt man sich richtig? Denn die Gruppe arbeitet gerade an einem Projekt, das im Frühsommer fertig sein soll: ein Theaterstück zum Thema „Social Media“. „Da geht es um Facebook, Whats App, Instagram und solche Sachen“, erklärt Lisa. Genauer gesagt: Es geht darum, zu zeigen, welchen Blödsinn man mit Social Media anstellen kann – und warum man den unbedingt bleiben lassen sollte. Aber auch darum, wie man Social Media möglichst sinnvoll nutzen und was man dabei alles lernen kann. Das Wichtigste dabei: Die Inhalte sollen den Schülern nicht mit erhobenem Zeigefinger eingetrichtert werden. Sondern sie sollen sich das Wissen selbst erarbeiten und auf Augenhöhe anderen Schülern weitergeben. „Die Schüler sollen nachdenken – über ihren eigenen Medienkonsum und die Vor- und Nachteile von Social Media“, erklärt die Musik- und Wirtschaftslehrerin Denise Klement von der Johann-Daniel-Preißler-Mittelschule, die das Projekt leitet. Allerdings wird das Stück kein traditionelles Bühnenwerk. „Wir werden nämlich ein Labyrinth aus Holz und Stoff bauen. Da läuft dann das Publikum selbstständig durch und kann sich verschiedene Stationen anschauen,“ sagt die Lehrerin. Das Labyrinth, das den größten Teil des Preisgeldes verschlingt, wird ihr Kollege Michael Ziebell mit der Kunst/Technik-Klasse der Preißler- Mittelschule bauen. An den Seiten der Aula liegen schon bündelweise mehrere Meter lange Holzpfosten bereit. Auf der Bühne stapeln sich sperrige Bretter, aus denen Stellwände werden sollen. Derweil „bastelt“ die Theatergruppe nicht nur an ihrem schauspielerischen Können, sondern vor allen an den Inhalten, die sie darstellen möchte. Denkbar sind verschiedene Szenen: Ein Mädchen wird von einem Unbekannten aufgefordert, Nacktbilder von sich zu schicken. Ein Team von Freunden gewinnt gegen ein anderes bei einem Internetspiel. Der Freund macht mit dir über Whats App Schluss. Jemand versucht, andere mit gemeinen Sprüchen fertigzumachen. „Wir können da auch Sachen einbauen, die wir selbst erlebt haben“, sagt Fatoumata. „Du bist hässlich“, hat ihr schon mal jemand aufs Handy geschickt. „Da können schon ganz schön gemeine Sprüche kommen“,weiß auch Lisa. Auf das Thema „Social Media“ ist die Gruppe übrigens schon bei ihrem vorigen Theaterprojekt vor einem Jahr gekommen. Die meisten sind schon einige Schuljahre lang dabei, und beim vorigen Mal ging es um Mobbing. „Da haben wir gemerkt, dass dieses Thema eng mit Social Media verknüpft ist, aber die meisten Schüler nur sehr wenig darüber wissen“, erklärt Lehrerin Denise Klement. Und schon stand fest: Das machen wir beim nächsten Mal. Doch bis die Besucher ab Mai durch das Labyrinth geschickt werden können, ist noch eine Menge Arbeit angesagt an der Johann-Daniel- Preißler-Mittelschule. Aber die lohnt sich, meint Schulleiter Rudolf Seibold: „Von so einem Projekt profitiert die ganz Schule“, sagt er, „aber vor allem diejenigen, die mitmachen. Sie bekommen mehr Selbstwertgefühl und das wirkt sich direkt positiv auf ihre Schulleistungen aus.“