Johann-Daniel-Preißler-Schule Mittelschule Nürnberg Zum Seitenanfang Zum Seitenanfang

Was macht Ihr

eigentlich in der AG?

Wir haben jede Menge Ideen gesammelt, was wir in diesem Schuljahr alles machen wollen. Zahlreiche Verkleidungstage, die Rosenaktion und einige Überraschungen planen wir. Wenn auch Du Ideen hast, erkundige Dich bei uns oder Frau Baumgartner nach unserem nächsten AG-Treffen oder wirf uns eine Nachricht in unseren SMV-Briefkasten im 2. Stock.

SMV-AG

Worte aus Stein

Am 02.10.2018 besuchte die 9a das Doku-Zentrum in Nürnberg und nahm an der Veranstaltung „Worte aus Stein“ teil. Nach einer kurzen Einführung erkundeten Kleingruppen den Bereich rund um die Kongresshalle und Teile der Ausstellung und setzen sich anhand von zusätzlichen Materialien mit den Reichsparteitagen auseinander. Im Anschluss brachten die Schüler durch wechselseitige Führung das neu erworbene Fachwissen zusammen und schulten gleichzeitig ihr Präsentationsverhalten und den Umgang mit Bildern als Quelle historischen Wissens. Danach durften die Schüler noch die Ausstellung im Doku-Zentrum besuchen.

Besuch der Gedenkstätte in Flossenbürg

oder warum ich so gerne Lehrerin der Johann-Daniel-

Preißler-Mittelschule bin

Am 6.12.2018 besuchten die Klassen 9a, 9b, 9Ma und 9Mb mit ihren Klassenleitungen Frau Rauschenberger, Frau Mindykowski, Frau Grönewald und mir die KZ-Gedenkstätte in Flossenbürg. Der Tag war regnerisch und kalt und somit genau das richtige Wetter, um einen Ort wie diesen zu besuchen. Als wir dort ankamen, warteten die Führerinnen schon auf uns. Jede Klasse startete an einem anderen Ort der Gedenkstätte. Meine Schüler hörten unserer Führerin zu und stellten ab und zu Fragen. Ich hatte aber trotzdem nicht den Eindruck, als würde sie das Thema sonderlich beschäftigen. Aber da hatte ich mich gewaltig gettäuscht. Als wir im Bus waren, schrieb mir einer meiner Schüler: Hallo Frau Schuster! Wie leben Menschen weiter, die im KZ-Lager gearbeitet haben? Sie haben gehungert und schwer gearbeitet und dennoch kein Essen und Trinken bekommen. Sie haben sich mit vier Leuten ein ganzes Roggenbrot teilen müsse, das eine Woche reichen musste. Was mich interessieren würde, wie haben diese Menschen nach solchen Erfahrungen weitergelebt? Wurden sie psychisch krank? Wenn man so etwas sieht, wie Menschen erhängt werden oder Tage lang stramm stehen müssen, dann noch so heiß duschen müssen, dass ihnen die Haut verbrennt, dann so kalt, dass sie fast sterben oder mit einem Feuerwehrschlauch geduscht werden. Wie wird man damit fertig? Was passiert mit einem, wenn man Tage lang in einem Zug sitzt, aber nicht mal weiß, wohin es geht. Wie verarbeitet man das, wenn man mit 1300 Menschen in einer eiskalten Holzbarake leben muss und es nur vier Toiletten gibt? Wenn die Leute mittlerweile schon auf den Boden kacken und pissen und durch ihren eigenen Kot und Urin lebensgefährlich erkranken. Wie fühlt man sich, wenn man nicht mal mehr mit seinem Namen angesprochen wird, sondern nur als Nummer? Und selbst im Tod wird einem die Würde noch genommen, weil man aus deinem Mund den Goldzahn zieht und daraus Schmuck gemacht wird. Was muss da in einem Vorgehen? Wie kann man da noch weiter machen, wenn man das Alles miterlebt hat? Es würde mich so sehr interessieren! Wenn man gesehen hat, dass ein fünfjähriges Kind erhängt wurde, weil es Essen geklaut hat. Und weil es so leicht war, der Todeskampf fünf Stunden dauerte! Wie kann man so etwas verkraften? Die Ansichten von Hitler haben die Menschen kaputt gemacht. Er hat Juden, Sintis, Romas, Behinderte, Homosexuelle, politische Gegner und Kriegsgefangene geknechtet und gequält, nur weil sie nicht in seine Welt gepasst haben. Er hat sie für sich schwer arbeiten lassen, ohne sie zu bezahlen, und ihnen nur vergammeltes Gemüse als Suppe, die eh schon aus 80% Wasser bestand, zum Essen gegeben. Wenn das einer überlebt hat und heute trotzdem noch lachen kann, dann steckt hinter diesem Lachen ein sehr großes und ein hartes, ein sehr hartes Schicksal. Ich hatte nie gedacht, dass es so schlimm war. Um ehrlich zu sein, hat mich dieses Thema nicht interessiert. Manchmal habe ich sogar Witze gemacht und darüber gelacht. Bei der Rückfahrt hatte ich das Gefühl, als hätten die Verstorbenen mir ihre Geschichten selbst erzählt und zu mir gesprochen: „So haben wir gelebt und du hast gelacht?“ Dieses Erlebnis werde ich nie vergessen, ich werde es später meinen Kindern erzählen. Was hat Sie am meisten mitgenommen? Ihr Leon C. Es sind Nachrichten wie diese, die uns Lehrer unendlich glücklich machen, weil sie uns zeigen, was für tolle junge Menschen wir unterrichten dürfen. Sie hören besser zu, als wir oft vermuten. Und sie haben ein unglaublich großes Herz. Danke! Kerstin Schuster
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Was macht

Ihr

eigentlich

in der AG?

Wir haben jede Menge Ideen gesammelt, was wir in diesem Schuljahr alles machen wollen. Zahlreiche Verkleidungstage, die Rosenaktion und einige Überraschungen planen wir. Wenn auch Du Ideen hast, erkundige Dich bei uns oder Frau Baumgartner nach unserem nächsten AG-Treffen oder wirf uns eine Nachricht in unseren SMV-Briefkasten im 2. Stock.

SMV-AG

Worte aus Stein

Am 02.10.2018 besuchte die 9a das Doku- Zentrum in Nürnberg und nahm an der Veranstaltung „Worte aus Stein“ teil. Nach einer kurzen Einführung erkundeten Kleingruppen den Bereich rund um die Kongresshalle und Teile der Ausstellung und setzen sich anhand von zusätzlichen Materialien mit den Reichsparteitagen auseinander. Im Anschluss brachten die Schüler durch wechselseitige Führung das neu erworbene Fachwissen zusammen und schulten gleichzeitig ihr Präsentationsverhalten und den Umgang mit Bildern als Quelle historischen Wissens. Danach durften die Schüler noch die Ausstellung im Doku-Zentrum besuchen.

Besuch der Gedenkstätte

in Flossenbürg

oder warum ich so gerne Lehrerin

der Johann-Daniel-Preißler-

Mittelschule bin

Am 6.12.2018 besuchten die Klassen 9a, 9b, 9Ma und 9Mb mit ihren Klassenleitungen Frau Rauschenberger, Frau Mindykowski, Frau Grönewald und mir die KZ-Gedenkstätte in Flossenbürg. Der Tag war regnerisch und kalt und somit genau das richtige Wetter, um einen Ort wie diesen zu besuchen. Als wir dort ankamen, warteten die Führerinnen schon auf uns. Jede Klasse startete an einem anderen Ort der Gedenkstätte. Meine Schüler hörten unserer Führerin zu und stellten ab und zu Fragen. Ich hatte aber trotzdem nicht den Eindruck, als würde sie das Thema sonderlich beschäftigen. Aber da hatte ich mich gewaltig gettäuscht. Als wir im Bus waren, schrieb mir einer meiner Schüler: Hallo Frau Schuster! Wie leben Menschen weiter, die im KZ-Lager gearbeitet haben? Sie haben gehungert und schwer gearbeitet und dennoch kein Essen und Trinken bekommen. Sie haben sich mit vier Leuten ein ganzes Roggenbrot teilen müsse, das eine Woche reichen musste. Was mich interessieren würde, wie haben diese Menschen nach solchen Erfahrungen weitergelebt? Wurden sie psychisch krank? Wenn man so etwas sieht, wie Menschen erhängt werden oder Tage lang stramm stehen müssen, dann noch so heiß duschen müssen, dass ihnen die Haut verbrennt, dann so kalt, dass sie fast sterben oder mit einem Feuerwehrschlauch geduscht werden. Wie wird man damit fertig? Was passiert mit einem, wenn man Tage lang in einem Zug sitzt, aber nicht mal weiß, wohin es geht. Wie verarbeitet man das, wenn man mit 1300 Menschen in einer eiskalten Holzbarake leben muss und es nur vier Toiletten gibt? Wenn die Leute mittlerweile schon auf den Boden kacken und pissen und durch ihren eigenen Kot und Urin lebensgefährlich erkranken. Wie fühlt man sich, wenn man nicht mal mehr mit seinem Namen angesprochen wird, sondern nur als Nummer? Und selbst im Tod wird einem die Würde noch genommen, weil man aus deinem Mund den Goldzahn zieht und daraus Schmuck gemacht wird. Was muss da in einem Vorgehen? Wie kann man da noch weiter machen, wenn man das Alles miterlebt hat? Es würde mich so sehr interessieren! Wenn man gesehen hat, dass ein fünfjähriges Kind erhängt wurde, weil es Essen geklaut hat. Und weil es so leicht war, der Todeskampf fünf Stunden dauerte! Wie kann man so etwas verkraften? Die Ansichten von Hitler haben die Menschen kaputt gemacht. Er hat Juden, Sintis, Romas, Behinderte, Homosexuelle, politische Gegner und Kriegsgefangene geknechtet und gequält, nur weil sie nicht in seine Welt gepasst haben. Er hat sie für sich schwer arbeiten lassen, ohne sie zu bezahlen, und ihnen nur vergammeltes Gemüse als Suppe, die eh schon aus 80% Wasser bestand, zum Essen gegeben. Wenn das einer überlebt hat und heute trotzdem noch lachen kann, dann steckt hinter diesem Lachen ein sehr großes und ein hartes, ein sehr hartes Schicksal. Ich hatte nie gedacht, dass es so schlimm war. Um ehrlich zu sein, hat mich dieses Thema nicht interessiert. Manchmal habe ich sogar Witze gemacht und darüber gelacht. Bei der Rückfahrt hatte ich das Gefühl, als hätten die Verstorbenen mir ihre Geschichten selbst erzählt und zu mir gesprochen: „So haben wir gelebt und du hast gelacht?“ Dieses Erlebnis werde ich nie vergessen, ich werde es später meinen Kindern erzählen. Was hat Sie am meisten mitgenommen? Ihr Leon C. Es sind Nachrichten wie diese, die uns Lehrer unendlich glücklich machen, weil sie uns zeigen, was für tolle junge Menschen wir unterrichten dürfen. Sie hören besser zu, als wir oft vermuten. Und sie haben ein unglaublich großes Herz. Danke! Kerstin Schuster